Funktionelle Invaliditätsabsicherung

Funktionelle Invaliditätsabsicherung
funktionelle Invaliditätsabsicherung oder lieber die vollwertigen Versicherungen

Wie ein Schweizer Taschenmesser bietet die funktionelle Invaliditätsabsicherung die All in One Lösung im Rahmen der Arbeitskraftabsicherung. Dennoch sollte man sich folgende Fragen stellen: Was leisten diese Versicherungen genau und Wie gut sind sie?

Was ist eine funktionelle Invaliditätsabsicherung?

Für die persönliche Invaliditätsabsicherung gibt es eine Menge Absicherungsmöglichkeiten, allerdings erzielt man den perfekten Rundumschutz erst aus der Kombination der einzelnen Versicherungen. Hierzu gehören unter anderem die Berufsunfähigkeit-, Unfall-, Krankentagegeld, Risikolebensversicherung und die Versicherung bei schweren Krankheiten (Dread Disease).

Schaubild Arbeitskraftabsicherung mit Krankentagegeld, Berufsunfähigkeitsversicherung, Unfallrente, Risikolebensversicherung, Grundfähigkeitsabsicherung, Funktionelle Invaliditätsabsicherung

Wäre es nicht schön, wenn es eine All-in-One Lösung geben würde, die alles miteinander vereint und zudem auch noch bezahlbar ist – quasi das Schweizer Taschenmesser unter den invaliditätsabsicherungen. In der Tat zielt die funktionelle Invaliditätsabsicherung genau darauf ab. Somit setzt die Versicherung sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Hierzu gehören Unfall, die Grundfähigkeitenabsicherung (Verlust von Grundfähigkeiten), sowie Dread Disease (Versicherung gegen schwere Krankheiten) und die Pflegeversicherung. Insofern ist der Vergleich mit einem Schweizer Taschenmesser nicht weit hergeholt. Es werden wesentliche Bestandteile der genannten Versicherungen zu einer neuen Versicherung kombiniert.

Mann fällt von der Treppe, Mann läuft, Virus, Krankenschwester schiebt Rollstuhlfahrer.
Unfall-, Grundfähigkeiten-, Dread Disease- und Pflegeversicherung – alles in einer Police.

Werden die finanziellen Folgen die aus einer körperlichen Schädigungen resultieren auch adäquat abgesichert? Im Folgenden Text werden wir Licht ins Dunkle bringen.

Welche Gesellschaften bieten eine solche Versicherung an?

  • ARAG – Existenz-Schutz
  • AXA – Existenzschutzversicherung
  • Barmenia – Opti-5-Rente
  • BGV / LV1871 – Golden IV
  • die Bayerische – Multi PROTECT
  • öffentliche Braunschweig – Existenzschutz
  • PrismaLife – Multi-Safe
  • IDEAL – KrankFallSchutz
  • Interlloyd – Existenz-Schutz
  • Janitos – Multi-Rente
  • VPV – Vital-Rente

Was ist Versichert

Versichert sind die finanziellen Folgen einer körperlichen Schädigung. Hierzu gehören Unfall, schwere Erkrankungen und Organschädigung. Auch der Verlust von Grundfähigkeiten und der Eintritt des Pflegefalls ist mit abgesichert.

Was ist nicht versichert

Folgende Ereignisse sind u.a. nicht versichert:

  • Berufsunfähigkeit
  • Erwerbsunfähigkeit
  • Arbeitsunfähigkeit aufgrund vorübergehender, einfacher Erkrankung (z. B. grippaler Infekt)
  • Unfälle aufgrund Geistes- und Bewusstseinsstörungen (auch z. B. Trunkenheit)
  • Unfälle beim Ausüben einer Straftat
  • Krieg
  • Radioaktivität

Aufgrund der verschiedenen Tarife kann es bei den nicht versicherbaren Ereignissen zu Abweichungen kommen.

Grundliegende Unterschiede

Um eine gewisse Vergleichbarkeit zu erzielen, schauen wir uns die folgenden wesentliche Merkmale an.

Konstant Kalkulierte Beiträge

Bei den genannten Gesellschaften bleiben die Beiträge langfristig stabil. Diese nehmen einen höheren Beitrag um das höhere Risiko im Alter auszugleichen, somit werden ähnlich wie in der Krankenversicherung Altersrückstellungen gebildet.

BarmeniaÖffentliche Braunschweiger
Gesellschaften mit einem konstant kalkulierten Beitrag

Leistungsdauer der Rentenzahlung

Eine lebenslange Absicherung kann gerade dann wichtig sein, wenn aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit die Rücklage für die Rente fehlt, damit man dann nicht der Altersarmut zum Opfer fällt, sollte die Rentenzahlung aus der Versicherung idealerweise ein Leben lang zahlen.

ARAGBarmeniaBGV/LV1871die Bayerische
Hier ist eine lebenslange Rentenzahlung möglich

Kündigungsrecht

Ohne kollektiven Kündigungsverzicht, hat der Versicherer das Recht ein Kündigung zum Beispiel auf Grund von einer hohen Schadenquote innerhalb eines Kollektives auszusprechen. Der Kunden ist dann gezwungen in einen neueren Tarif zu wechseln, oder sich nach einer anderen Versicherung um zuschauen, was aufgrund des höheren Eintrittsalters zu einem höheren Beitrag führt. Im ungünstigsten Fall ist der Kunde mittlerweile erkrankt, oder hat einen Unfall erlitten, welcher noch nicht zu einem Leistungsfall führt, allerdings dazu führt, dass der Kunde nicht in die neue Versicherung aufgrund des schlechteren Gesundheitsbildes aufgenommen wird. Damit das vermieden wird, ist der Verzicht auf das kollektive Kündigungsrecht so wichtig. Folgende Versicherer weisen eine solche Klausel in ihren Bedingungswerk auf.

Barmeniadie BayerischeÖffentliche Braunschweiger
Verzicht der Versicherung auf das Kollektive Kündigungsrecht

Wartezeiten

Allgemeine Wartezeiten belaufen sich bei den meisten Gesellschaften auf sechs Monate und bei Multiple Sklerose sogar auf zwölf Monate. Eine Ausnahme bildet hier die PrismaLife

…Bei bestimmten schweren Krankheiten sind Sie erst nach einer Wartezeit von drei bzw. sechs Monaten versichert.

Informationsblatt zur Multi Risk Versicherung – PrismaLife

Eine Wartezeit von drei Monaten bezieht sich auf Angioplastie an Herz- und Koronargefäßen, Bypassoperation am Herzen, Herzklappenoperation sowie Organtransplantation und Transplantation von Knochenmark
Für Krebs hingegen gilt eine Wartezeit von sechs Monaten.

Gesundheitsfragen

Kann die funktionelle Invaliditätsabsicherung eine Alternative z. B. zur Berufsunfähigkeitsversicherung sein, wenn diese auf Grund der Vorerkrankung nicht mehr abschließbar ist? Entscheidend sind hierbei die Gesundheitsfragen, die mit dem Antrag abgefragt werden.

Durch eine vereinfachte Gesundheitsprüfung, wird es dem Interessenten mit Vorerkrankungen wesentlich einfacher gemacht sich abzusichern. So werden im Beispiel von der ARAG nur folgende Fragen gestellt:

  1. Größe
  2. Gewicht
  3. Wieviele Unfälle mit stationärer Behandlung (> 24 Std.) hatte die zu versichernde Person in den letzten fünf Jahren?
  4. Bezieht oder bezog die zu versichernde Person Leistungen wegen Berufs-, Erwerbsunfähigkeit?
  5. Liegt eine Invalidität oder eine anerkannte Behinderung vor (MdE, GdB, GdS) oder wurde eine solche beantragt?
  6. Bestanden oder bestehen Krankheiten, Beschwerden oder Gesundheitsstörungen, welche
    • aktuell untersucht, beraten oder behandelt werden oder
    • innerhalb der letzten 5 Jahre eine Behandlungsdauer über einen Zeitraum von mehr als insgesamt 14 Kalendertagen erforderlich machten oder
    • in den letzten 5 Jahren eine Medikamenteneinnahme über einen Zeitraum von länger als 4 Wochen ununterbrochen erforderlich machten (Verhütungsmittel sind nicht zu berücksichtigen) oder
    • innerhalb der letzten 10 Jahre einen Krankenhaus-, Rehabilitations-, Kuraufenthalt oder eine ambulante Operation erforderlich machten?
Schreibtisch, Mann mit psychischen Problemen

Hier fehlt in Gänze die Frage nach der Untersuchung, Behandlung oder Beratung durch einen Psychologen.

Gliedertaxe

Als exemplarisches Beispiel schauen wir uns die Gliedertaxe von der ARAG an.

Gliedertaxe ARAG

Gliedertaxe ARAG – Tarif Existenz-Schutz

Leistung der Grundfähigkeiten

Bei allen Gesellschaften gibt es einen Punktekatalog. Dieser weist den einzelnen Fähigkeiten Punkte zu, dass heißt, verliert man eine Fähigkeit, dann werden die entsprechenden Punkte realisiert. Der Leistungsanspruch ergibt sich bei insgesamt 100 Punkten, andernfalls leistet der Versicherer nicht. Die vollen 100 Punkte gibt es für Sehvermögens, Hörvermögens, Sprachvermögens und der Orientierung. Anonsten werden mehrere Verluste benötigt um einen Leistungsanspruch zu erzielen.

Beispiel: Verlust der Handfunktion (25 Punkte) + Arme bewegen (25 Punkte) + Nicht gehen können (30 Punkte) + Knie und Bücken (30 Punkte) = 110 Punkte >= 100 –> Es wird geleistet 

Im Vergleich würde eine vollwertige Grundfähigkeitsabsicherung schon leisten, wenn eine Person selbständig nicht mehr in der Lage ist, trotz Hilfsmittel eine zwölf Stufige Treppe hinaufzusteigen.
Hier wurden die Leistungen offensichtlich stark gekürzt.

Fazit

Sucht man nach einer Preiswerten Alternative oder Ergänzung für die Arbeitskraftabsicherung, dann kann die funktionelle Invaliditätsabsicherung eingeschränkt empfohlen werden. Tatsächlich ist sie wie ein Schweizer Taschenmesser, deshalb kann sie von allen etwas, dennoch ersetzt sie aber nicht den Werkzeugkasten. Idealerweise bestehen die anderen Verträge und werden mit der funktionellen Invaliditätsabsicherung nur ergänzt. Im Falle das der eigene Gesundheitszustand für eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht reicht, oder der Beitrag durch die Einstufung in eine „schlechte Berufsgruppe zu teuer ist, könnte es sich hierbei um eine interessante Alternative handeln. Es empfiehlt sich in jedem Fall eine individuelle Beratung.

Du möchtest Dich noch genauer informieren, oder wünschst eine Beratung, dann

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